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PersBackup

Personal Backup Version 5.8

© 2001 − 2017, Dr. Jürgen Rathlev

Wechselpläne

Grundlegende Hinweise

Die professionelle Datensicherung erfolgt in der Regel in Form von Wechselplänen. Um Zeit und Speicherplatz zu sparen, wird dabei nicht an jedem Tag (oder auch anderen Zeitabständen) eine vollständige Datensicherung gemacht, sondern z.B. nur einmal in der Woche eine vollständige Sicherung, an den anderen Tagen dagegen eine differenzielle oder inkrementelle Sicherung. Dabei erfolgt die Sicherung an jedem Tag in ein eigenes Verzeichnis. Bei differenziellen und inkrementellen Sicherungen werden nur neue und seit dem letzten Backup geänderten Dateien gesichert. Als Kriterium dafür wird das Archivbit (siehe Datei-Attribute) herangezogen. Es wird automatisch vom System beim Schreiben einer Datei gesetzt. Da beim vollständigen Backup alle Archivbits der gesicherten Dateien zurückgesetzt werden, kann man danach an diesem Bit erkennen, ob eine Datei inzwischen verändert wurde. Die beiden Methoden differenziell und inkrementell unterscheiden sich wie folgt:

Differenziell
Alle Dateien, deren Archivbit gesetzt ist, werden gesichert. Das Archivbit bleibt unverändert.
Inkrementell
Alle Dateien, deren Archivbit gesetzt ist, werden gesichert. Das Archivbit wird zurückgesetzt.

Das hat für das Wiederherstellen von Dateien folgende Konsequenzen:

Bei Wechselplänen mit differenziellen Backups
Zunächst wird das letzte differenzielle Backup wiederhergestellt, danach dann das letzte zuvor gemachte, vollständige Backup, ohne bereits vorhandene Dateien zu überschreiben.
Bei Wechselplänen mit inkrementellen Backups
Zunächst werden alle inkrementellen Backups in umgekehrter Reihenfolge und dann das letzte zuvor gemachte, vollständige Backup wiederhergestellt. Dabei dürfen jeweils bereits wiederhergestellte Dateien nicht überschrieben werden.

Das Wiederherstellen ist also beim differenziellen Backup einfacher. Das inkrementelle Backup ist dagegen platzsparender.


Wechselpläne mit der programminternen Funktion

Das Verfahren ist im Abschnitt über automatische Aufträge näher beschrieben.


Wechselpläne

Wechselpläne mit dem Windows-Aufgabenplaner

Eine sehr gute Alternative zum automatischen Starten von Backups ist der Windows-Aufgabenplaner (siehe auch). Dieses Verfahren bietet insbesondere beim Einsatz auf Servern einige Vorteile (geringerer Verbrauch von Ressourcen, Ausführung unter einem beliebigen Benutzerkonto). Um auf diese Weise auch Wechselpläne komfortabel erstellen und durchführen zu können, habe ich das Programm PbPlaner (Abb. oben) entwickelt. Es liegt dem Installationspaket von Personal Backup bei (siehe Windows Startmenü ⇒ Alle Programm ⇒ Personal Backup).

Aufgabenplanung

Mit dem Programm können mehrere Wechselpläne konfiguriert werden. Sie werden in der Liste mit ihren weiter unten beschriebenen Einstellungen angezeigt. Ein A in der dritten Spalte zeigt an, dass dieser Plan in der Windows-Aufgabenplanung eingetragen ist (siehe unten).
Zum Bearbeiten eines Plans klickt man auf die entsprechende Zeile, nimmt die gewünschten Änderungen in den Eingabefeldern rechts vor und klickt auf Ersetzen. Damit wird ein Wechselplan gleichzeitig auf den Anfang zurückgesetzt.
Für die Erstellung eines neuen Plans klickt man zunächst auf Neu, um alle Felder zurückzusetzen, nimmt die gewünschten Einstellungen vor und klickt auf Hinzufügen.
Zum Löschen eines Plans wird dieser aus der Liste ausgewählt und Entfernen angeklickt.
 

Einstellungen für einen Wechselplan

Name: Unter diesem Namen wird der Wechselplan in der Liste gespeichert.

Backup-Auftrag: Durch Klick auf die Schaltfläche rechts darunter kann ein zuvor mit Personal Backup konfigurierter Sicherungsauftrag ausgewählt werden. Dieser darf dort nicht als automatischer Auftrag eingetragen sein. Die Verwaltung der wechselnden Zielverzeichnisse übernimmt PbPlaner.

Anzahl der Zyklen: Hier wird die Anzahl Zyklen, bestehend aus einem vollständigem und mehreren differenziellen bzw. inkrementellen Datensicherung angegeben.

Schritte pro Zyklus: Hier wird die Anzahl der Datensicherungen innerhalb eines Zyklus angegeben (einschließlich vollständiger Sicherung).
Ein Sonderrolle spielt die Anzahl 7. In diesem Fall werden die Sicherungen immer entsprechend den Wochentagen ausgeführt.

Starten am: Ist eine Schrittanzahl von 7 angegeben, kann hier der Wochentag bestimmt werden, an dem die vollständige Sicherung durchgeführt werden soll.

Volles Backup und ..: Hier wird ausgewählt, ob die zusätzlichen Datensicherungen in einem Zyklus differenziell oder inkrementell erfolgen sollen. Das volle Backup erfolgt immer in dem Modus, wie er im Backup-Auftrag festgelegt wurde: Aktualisieren oder Alles neu (siehe auch hier).
 

Eintragen in den Aufgabenplaner

Mit der Schaltfläche unten links wird der in der Liste markierte Wechselplan in den Aufgabenplaner eingetragen (siehe auch). Mit der Schaltfläche rechts daneben können die Termine für einen bereits eingetragenen Wechselplan geändert werden.
 

Befehlszeilenoptionen

Beim Starten des Programms (z.b. auch durch den Windows-Aufgabenplaner) kann sein Verhalten durch die nachfolgend beschriebenen Optionen gesteuert werden:

ohne
Das Programm startet mit seinem normalen Desktop-Fenster.
[Schedule]
Der Wechselplan mit dem Namen [Schedule] wird geöffnet und das danach fällige Backup ausgeführt. Wenn der Name Leerzeichen enthält, muss er durch Anführungszeichen eingeschlossen werden.
/noprompt
Normalerweise werden Fehler, die beim Ausführen des Wechselplans auftreten, dem Benutzer in einem Hinweisfenster auf dem Desktop angezeigt. Wenn diese Option gesetzt ist, werden die Fehler stattdessen im Windows-Ereignisprotokoll vermerkt.
/delay:[n]
Diese Option kann nicht gleichzeitig mit der Option /noprompt gewählt werden. Sie gibt die Zeit in Sekunden an, nach der ein Hinweisfenster automatisch geschlossen wird. Der Wert 0 bedeutet, dass der Benutzer das Fenster von Hand schließen muss.
/ini:[IniFile]
Das Programm speichert die Einstellungen für die Wechselpläne in einer Datei PbPlaner.ini ab, die sich standardmäßig im Verzeichnis der Anwendungsdaten des Benutzers befindet. Mit dieser Option kann das Programm mit einer an anderer Stelle abgespeicherten Konfiguration gestartet werden (z.B. /ini:E:\MyBackupConfiguration\Plaene.ini).

Außerdem können alle anderen Befehlszeilenoptionen von Personal Backup (sofern sinnvoll) eingefügt werden. Diese haben keinen Einfluss auf PbPlaner, sondern steuern direkt das gestartete Backup.
 

Hinweise

Wird ein Wechselplan, der bereits im Aufgabenplaner eingetragen ist, geändert, wirkt sich das unmittelbar bei der nächsten Datensicherung aus.
Beim Eintragen in den Aufgabenplaner muss darauf geachtet werden, dass die dort eingestellten Sicherungszeitpunkte zu den Einstellungen des Wechselplans passen. Ist dieser an den Wochentagen orientiert (Schritte = 7), muss die Sicherung täglich erfolgen. Bei anderen Einstellungen sind die Zeitintervalle beliebig.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die nachfolgende Anleitung soll dem Anwender helfen, die Funktionsweise des Programms zu verstehen. Es wird zunächst ein Wechselplan konfiguriert und dann in den Aufgabenplaner eingetragen.

Wechselplan konfigurieren

  1. Rechts auf die Schaltfläche Neu klicken: alle Einstellungen des Wechselplans werden auf die Anfangswerte zurückgesetzt.
  2. Unter Name wird der Name des Wechselplans eingetragen. Unter diesem Namen wird der Plan gespeichert und in der Übersicht angezeigt.
  3. Anschließend wird ein mit Personal Backup konfigurierter Backup-Auftrag eingetragen. Mit einem Klick auf das Ordnersymbol kann nach dem Auftrag (buj-Datei) gesucht werden.
  4. Unter Anzahl der Zyklen wird die Anzahl der vollständigen Backups eingetragen, die immer am Anfang eines Zyklus ausgeführt werden. Jedes Backup eines Einzelschritts eines Zyklus (siehe unten) erfolgt in ein eigenes Unterverzeichnis. Nach Ablauf des letzten Zyklus werden alle Unterverzeichnisse nacheinander wieder überschrieben.
  5. Unter Schritte pro Zyklus wird die Anzahl n der Backups in jedem Zyklus angegeben. Innerhalb eines Zyklus werden immer ein vollständiges und n-1 inkrementelle oder differenzielle Sicherungen ausgeführt.
  6. Wird ein Wochenrhythmus gewählt (d.h. 7 Schritte pro Zyklus), kann der Wochentag des vollständigen Backups frei gewählt werden. Das erste (vollständige) Backup erfolgt dann am ersten ausgewählten Wochentag, der dem aktuellen Tag folgt.
  7. Als letztes wird der neue Wechselplan der Liste der Pläne hinzugefügt (Schaltfläche Hinzufügen).

Damit ist die Konfiguration eines Wechselplan abgeschlossen. Es können beliebig viele weitere solche Pläne konfiguriert werden. Zum Ausführen muss ein Plan aber noch in den Windows-Aufgabenplaner eingefügt werden.

Wechselplan ausführen

  1. Aus der Liste wird ein Plan durch Klicken ausgewählt.
  2. Anschließend wird die Schaltfläche Neue geplante Aufgabe angeklickt.
  3. Der Aufgabenplaner-Assistent wird gestartet. Die erforderlichen Einträge für den ausgewählten Wechselplan werden automatisch vom Programm vorgenommen.
  4. Auf Wunsch können die Einstellungen für die Priorität der Kopier-Prozesse, das Protokoll oder dem Backup nachfolgende Aktionen angepasst werden.
  5. Durch Klick auf die Schaltfläche Weiter kommt man zur Einstellung des Zeitplans. Die Einstellungen hier erklären sich weitgehend selbst (Einzelheiten ...).
  6. Ein nochmaliger Klick auf Weiter führt zur Angabe des Windows-Benutzerkontos, unter dem der Backup-Wechselplan ausgeführt werden soll. Es ist dazu grundsätzlich ein Konto mit gültigen Kennwort erforderlich (Einzelheiten ...).
  7. Mit einem Klick auf Fertig wird der neue Zeitplan im Windows-Aufgabenplaner eingetragen.

Der Zeitplan kann jederzeit auch nachträglich bearbeitet werden. Das geht entweder über das Programm PbPlaner (Schaltfläche: Geplante Aufgabe bearbeiten oder über das Windows-Startmenü unter Alle Programme ⇒ Zubehör ⇒ Aufgabenplanung oder Systemsteuerung ⇒ Verwaltung ⇒ Aufgabenplanung.


J. Rathlev, D-24222 Schwentinental, Mai 2017